Mietwagenkosten im ländlichen Bereich

Vermehrt wehren sich Haftpflichtversicherungen bei der Regulierung von Verkehrsunfallschäden gegen die Geltendmachung von zum Teil nicht unerheblichen Mietwagenkosten. Vor allem die unterschiedlichen Bewertungen in der Schwacke-Liste und dem Fraunhofer-Mietpreisspiegel führen dabei zu Verwirrungen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es dem Tatrichter grundsätzlich erlaubt, seiner Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO sowohl die Schwacke-Liste als auch den Fraunhofer-Mietpreisspiegel zu Grunde zu legen.

Vom Landgericht Mosbach wird in seinen einschlägigen Entscheidungen betont, dass die im Ballungszentrum Heilbronn erzielten Preise angesichts der dort höheren Anzahl von Anbietern und der andersartigen Konkurrenzsituation nicht auf den relevanten Markt des LG-Bezirks Mosbach übertragen werden könnten. Deshalb könne im hiesigen Bereich die „teurere“ Schwacke-Liste angewendet und auf den danach ermittelten Normaltarif sogar wegen unfallbedingter Mehraufwendungen im Einzelfall ein Aufschlag von 30 Prozent vorgenommen werden. Dies halte sich noch im Rahmen des dem Tatrichter eingeräumten Schätzungsermessens und sei nicht zu beanstanden.

Damit hat das Landgericht Mosbach einer sehr weit reichenden Geltendmachung von Mietwagenkosten im Verkehrsunfall-Schadensbereich „Tür und Tor“ geöffnet.

 

[ zurück zur Übersicht ]